Erläuterung: Äquivalenzeinkommen

Was ist ein niedriges Einkommen? Und was ein hohes? Die Forscher des DIW definieren diese Gruppen relativ zum Medianeinkommen. Der Median teilt eine Gruppe in zwei gleich große Teile, wer also genau das Medianeinkommen einnimmt, hat genauso viele Mitbürger die mehr wie solche die weniger als er bekommen.

Niedrige Einkommen sind nach der Definition des DIW alle Einkommen, die weniger als 70 Prozent des Medianeinkommens betragen. Umgekehrt sind hohe Einkommen alle, die 150 Prozent des Medians übersteigen. Die mittlere Einkommensgruppe liegt logischerweise dazwischen. Auch Armut ist ähnlich definiert, von Armutsgefährdung spricht man nach europäischen Standards bei einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des Medians.

Allerdings braucht ein großer Haushalt natürlich auch mehr Geld. Deswegen rechnen die DIW-Forscher die Einkommen in soge­nannte Äquivalenzeinkommen um. Dabei wird der erste Erwachsene mit 1,0 gezählt; weitere erwach­sene Personen haben jeweils ein Gewicht von 0,5 und Kinder unter 14 Jahren von 0,3. Das Nettoäquivalenzeinkommen einer Familie bestehend aus zwei Eltern und einem Kind wäre also das Nettoeinkommen geteilt durch 1,8.

Nachtrag vom 4. Oktober 2010:

Was das genau bedeutet, sieht man in der Tabelle. Sie gibt den Gewichtungsfaktor, die Obergrenze für Armutsgefährung und die Zugehörigkeit zur unteren Einkommensschicht und die Untergrenze für die Zugehörigkeit zur oberen Einkommensschicht an. Zur mittleren Einkommensschicht zählt, wer zwischen den werten für die untere und die obere Einkommensschicht liegt.

armutsgefährdet untere obere
60%-Grenze Einkommensschicht
Alleinstehender 1,0 737 860 1.844
Alleinerziehende, ein Kind 1,3 959 1.118 2.397
Alleinerziehende, zwei Kinder 1,6 1.180 1.376 2.950
Paar ohne Kinder 1,5 1.106 1.290 2.765
Paar mit einem Kind 1,8 1.327 1.549 3.318
Paar mit zwei Kindern 2,1 1.549 1.807 3.871
Paar mit drei Kindern 2,4 1.770 2.065 4.424
Paar mit vier Kindern 2,7 1.991 2.323 4.977
Paar mit fünf Kindern 3,0 2.212 2.581 5.531
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