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18Dec/140

Sinkende Abozahlen?

Wir leben in einer Mediengesellschaft und haben trotzdem eine Medienkrise - angeblich. Das eine wie das andere kann man diskutieren, ich habe das ja auch schon mehrfach getan (zum Beispiel hier). Auch das Statistikportal Statista, für das ich ebenfalls geschrieben habe (zum Beispiel über Stukkateure), befasst sich mit dem Thema und kommt zu dem Ergebnis, dass kaum jemand im Jahr 2015 neue Abos abschließen wolle, aber viele Befragte Pläne hätten eines zu kündigen.

Infografik: Kaum jemand plant mit neuen Abos für 2015 | Statista
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Als Beleg dient eine Umfrage aus dem eigenen Haus, nach der 10,3 Prozent der Befragten ein Abo kündigen, 14,4 aber eines abschließen wollen. Nein, das ist kein Tippfehler, die Zahl derer die über ein Abo nachdenken liegt tatsächlich um 4,1 Prozentpunkte höher.

Nun bezieht sich die Frage nach den Kündigungen nur auf Zeitungen und Zeitschriften. Die wollen nur 8,9 Prozent neu abonnieren. Der groß angekündigte Aborückgang ist das aber auch nicht. Statista schreibt deshalb: "Das Statistikportal fragte auch, ob die Menschen in Deutschland 2015 ein Abonnement kündigen wollen. Gerade einmal 32 Prozent sagten hier nein." Das stimmt, weil über 57 Prozent der Befragten angaben, kein Abo zu besitzen und deshalb auch keines kündigen können.

Zu den 8,9 Prozent, die sich für ein Zeitungs- oder Zeitschriftenabo interessieren, kommen 4,2 Prozent, die ein E-Paper und 3,1 Prozent, die andere Bezahlinhalten abonnieren wollen. Weil Mehrfachnennungen möglich waren, liegt die die Zahl derer, die ein Abo planen, allerdings nicht bei 16,2 Prozent (der Summe der Einzelnennungen), sondern eben nur bei den oben genannten 14,4 Prozent.

Offen bleibt, wie viele Menschen ein E-Paper oder einen Zugang für einen anderen Bezahlinhalt kündigen wollen. Das wurde nämlich nicht gefragt. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass viele, die ihr E-Paper kündigen wollen, auf die Frage nach der Kündigung eines Zeitungsabos ohnehin mit Ja geantwortet haben, wenn die Frage nicht sehr präzise formuliert war.

So ist der Vergleich schwierig, zumal „Bezahlinhalte“ auch ein Watchever-Abo sein kann, für die Verleger sind also eher die ersten beiden Zahlen interessant.

Trotzdem dürften im kommenden Jahr nach dieser Umfrage eher mehr Leute ein Abo abschließen als kündigen. Vor allem für die Lokalzeitungen ist deshalb ein anderes Problem wohl größer, nämlich das Versterben ihrer Abonnenten. Denn auch das wurde nicht gefragt: "Planen Sie im nächsten Jahr das Ableben?"

15Dec/140

Siedler III und Spielerstatistik

Wie beschrieben ist die Zahl der neuen Blogbeiträge aktuell etwas niedriger, weil ich viel Zeit in meine neue Website investiert habe. Das ist, zugegeben, allerdings nur die halbe Wahrheit. Naja, vielleicht ein bisschen mehr, sagen wir mal vier Fünftel der Wahrheit. Etwas Zeit hat mich auch gekostet, dass ich eine alte Siedler III CD aus den 90er Jahren wiederentdeckt habe. Es war nicht ganz einfach, das Spiel noch auf einem aktuellen Rechner zum Laufen zu bringen, denn ausgelegt ist es für Windows 95 oder Windows 98. Aber nach Installation eines Patches und einer neuen Startdatei hat es funktioniert - und nun habe ich einen Zeitfresser mehr.

Nun bin ich kein Spiele-Junkie geworden, dafür fehlt mit einfach die Zeit. Deshalb war ich auch nicht überrascht, als mir eine Statistik in die Hände fiel, nach der die Zahl der Computerspieler mit steigendem Alter zunächst sinkt, ab 40 wieder ansteigt. Zwischen 30 und 40 hat man wenig Zeit, es stehen viele wichtige Entscheidungen an, Häuser werden gebaut und Kinder gezeugt. Wobei letzteres erst etwas später viel Arbeit macht.

Computerspieler Statistik

Zahl der Computerspieler in Millionen. Quelle: GfK

Leider wird aus der schönen Theorie nichts, wenn man sie in Bezug zur Bevölkerung stellt. Dass die über 50-Jährigen vor allem aufgrund ihrer großen Zahl so viele Computerspieler stellen, war mir klar. Immerhin hatte ich vor gar nicht allzu langer Zeit darüber geschrieben, dass 50 Prozent der Wähler über 50 sind. Auf die Gesamtbevölkerung einschließlich unter 18-Jähriger und Ausländer gerechnet sind es natürlich etwas weniger, aber immer noch rund 42 Prozent.

Anteil Computerspieler Bevölkerung nach Alter Statistik

Anteil der Computerspieler an der Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppe. Quelle: GfK

Nicht damit gerechnet habe ich allerdings, dass es so viel 40 bis unter 50-Jährige gibt. Zwar ist die Statistik aus dem Jahr 2011 und damals war der geburtenstarke Jahrgang 1964 noch nicht in die Altersgruppe der 50 bis unter 60-Jährigen entwischt. Trotzdem hatte ich nicht damit gerechnet, dass in dieser Altersgruppe so viel mehr Menschen sind (rund ein Viertel mehr als in der folgenden Altersgruppe) und der Anteil der Computerspieler deshalb mit 29,0 Prozent unter dem der 30 bis unter 40-Jährigen von 32,9 Prozent liegt.

Immerhin passte eine Zahl zu meiner Theorie: Diejenigen, die spielen, spielen mit zunehmendem Alter zunächst weniger, ab 50 aber wieder mehr. Leider verwendet die Quelle, die Media Perspektiven, eine andere Alterseinteilung, sie fasst die 30 bis unter 50-Jährigen zu einer Gruppe zusammen. Und die verbringt tatsächlich weniger Zeit mit

Spieldauer in Minuten

Zeit, die Computerspieler täglich mit digitalen Spielen verbringen in Minute. Quelle: Media Perspektiven

Spielen als die Älteren und die Jüngeren, wobei hier Menschen, die gar keine digitalen Spiele spielen, auch nicht berücksichtigt werden.

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12Dec/140

Neue Website

Dass der jüngste Beitrag jetzt schon wieder über eine Woche alt ist, hat einen Grund. Ich habe eine neue Website erstellt, neben dieser und FirefoxOSHandys.de jetzt die dritte. Sie heißt Pommesschneider-Vergleich.de und befasst sich mit Pommesschneidern, also mit Küchengeräten, die aus Knollen Kartoffelstifte macht, aus denen man schließlich Pommes zubereiten kann.

Nein, ich habe jetzt keine neue Leidenschaft entdeckt. Ich habe nur selbst einen neuen gesucht und deshalb eine Website daraus gemacht. Anders als der Statisiker-Blog wird sie nicht regelmäßig mit neuen Beiträgen versorgt und soll nicht zuletzt auch etwas Geld einbringen, während der Statistiker-Blog in erster Linie Freizeitvergnügen ist.

http://www.pommesschneider-vergleich.de/wp-content/uploads/2014/12/P1020996.jpg

Ich werde also auch nicht wahnsinnig viel Zeit investieren und hoffe deshalb, dass ich bald wieder Zeit für einen neuen Statistiker-Blog-Beitrag habe. Aktuell fehlt mir aber sogar noch eine spannende Statistik, denn viele interessante Themen habe ich bereits abgearbeitet.