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28Jan/130

Für wen Internetsucher spenden

Nun bin ich ja bekanntlich bekennender Google-Kritiker. Ich habe nichts gegen den Konzern an sich, aber mir missfällt die Vorstellung, dass das Internet mehr und mehr nur einem einzigen Unternehmen gehört.

Bisher habe ich vor allem über die Hamburger Suchmaschine fastbot gesucht, bin jetzt aber auf benefind gestoßen, eine karitative Suchmaschine, deren Einkünfte an soziale Zwecke gespendet werden. Allerdings arbeitet die mit der Microsoft-Tochter Bing zusammen, das gibt natürlich Punktabzug.

Nun bietet benefind die Möglichkeit gezielt eine Organisation auszusuchen, die die Gewinne erhält. Die Auswahl reicht vom Kinder- und Jugendmuseum Nürnberg bis Zu den zwölf Aposteln, einer Kirchengemeinde in Hamburg-Lurup. Doch welche Organisationen haben bisher besonders viel Geld bekommen?

Nun halten sich die Einnahmen bisher in Grenzen. Nicht mal 30 Euro haben Moms in Prayer International bisher erwirtschaftet, 2,80 Euro die Internetsuchthilfe. Selbst der Spitzenreiter hat gerade mal 4.900 Euro erworben. Das ist? Die Tierschutzorganisation Peta.

Spendenstatistik benefind

Organisationen mit den höchsten Einnahmen über benefind. Davon rot bereits ausgezahlte Spenden, grau noch nicht ausgezahlt.

Auch auf den folgenden Plätzen ebenfalls Tierschutzorganisationen: Animals' Angels, Vier Pfoten und die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Erst dann kommt Greenpeace, die immerhin nicht nur Tiere schützen. Erst auf Platz sechs folgt die Deutsche Welthungerhilfe, also eine Organisation die weniger Tiere als Menschen schützen will.

Nun gibt es die Suchmaschinen noch nicht lange und wer wie viel Geld erhalten hat hängt nicht zuletzt davon ab, wie lange die Organisation schon registriert ist. Betrachtet man nur die noch nicht ausgezahlten Mittel, also Einnahmen seit dem 2. Quartal 2012 verschiebt sich das Bild allerdings nur gering. Greenpeace verdrängt dann die Albert Schweitzer Stiftung auf Platz 5.

Bleibt abzuwarten wie die Aufteilung sich ändert, falls mehr Menschen über benefind suchen. Allerdings spenden auch nach den Erkenntnissen von TNS Infratest die Deutschen lieber für den Tierschutz als für die Entwicklungshilfe. 18 Prozent der Deutschen gaben 2011 Geld für Tiere, nur 16 für die Entwicklungshilfe. Für Bildung spendeten übrigens gerade mal zwei Prozent.

31Dec/120

Dezemberfieber

Was haben die Deutschen im Dezember besonders oft gesucht? Weihnachtszubehör? Bastelbedarf?

In der Statistik des Webverzeichnisses 2WiD liegt jedenfalls die Mietschuldenfreiheitsbestätigung weiterhin ganz oben. Auch sonst wenig neues. Auf Platz vier immerhin ein Online-Datingportal. Haben die Menschen im Dezember vielleicht besonders viel Sehnsucht nach einem Partner? Nein, die stand da auch schon im November. Immerhin hat sich der Online-Filmshop aber an der Mietschuldenfreiheitsbestätigung vorbei geschoben und die auf Platz zwei geschoben.

Auch bei den Auf- und Absteigern wenig Überraschung. Ganz vorne eine ADAC-Seite zum EU-Führerschein. Nicht sehr weihnachtlich. Auf Platz zwei immerhin Bastelstar.de, mit einem Plus von 1.100 Prozent. Allerdings ist die Veränderung in absoluten Zahlen wenig berauschend, sie stieg von einem Besuch auf zwölf. Eher ein Beispiel dafür, wie man prozentuale Angaben mit Vorsicht genießen muss.

Betrachtet man statt einzelner Webseiten die Auf- und Absteiger bei den Kategorien, gibt es ebenfalls wenig weihnachtliches. Größter Aufsteiger - überraschend für einen redaktionellen Webkatalog - eine Liste von Suchmaschinen. Ja, es gibt mehr Suchmaschinen auf der Welt als Google, auch wenn die Kalifornier vor allem in Deutschland nahezu ein Monopol auf die Online-Suche haben.

Das war's vom Jahr 2012. Nächstes Jahr geht es natürlich weiter. Einen guten Rutsch und ein gutes Jahr 2013 allen Leserinnen und Lesern.

 

Tilman Weigel

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1Dec/120

Kommentar: Was Google nicht sagt

Google bekämpft das Leistungsschutzrecht. Nun bin ich zwar ein Freund des Urheberrechts, aber nicht des Leistungsschutzrechts.

Googles Umsatz steigt rasant

Umsatz des Internetgiganten Google. Quelle: Google Inc.

Trotzdem finde ich den Vorgang erschreckend. Nicht weil es um den Gesetzentwurf schade wäre, sondern weil Google zeigt, dass es seine Macht durchaus zu gebrauchen gedenkt. Heute ist es noch das Leistungsschutzrecht, morgen möglicherweise ein Kartell- oder ein Steuergesetz und übermorgen eine Wahl.

Und keinen stört's. Noch nicht einmal die Tatsache, dass Googles Eintreten für eine "freies" Internet nicht besonders ehrlich ist. Denn der Page Rank, Googles Kern, ist bis heute patentgeschützt, obwohl er auf einem statistischen Modell aus der Soziometrie aus den 1960er Jahren stammt.

Liebe Googles, ein erster Schritt zu einem freieren Internet wäre der Verzicht auf die exklusiven Nutzungsrechte des Page-Rank Patents (das selbst bei der Universität Stanford liegt).