Die Fußballtrikotfarbstatistik

Mancher regelmäßige Leser des Statistiker-Blogs könnte jetzt denken, ich sei ein großer Fußball-Fan, wenn ich jetzt schon wieder eine EM-Statistik bringe. Tatsächlich verfolge ich die meisten Fußball-Ereignisse nur am Rande. Aber dabei stellen sich immer wieder Fragen, die sich meistens statistisch leicht beantworten können. Beispielsweise, welche Mannschaften am häufigsten Deutscher Meister waren, wenn man alle wichtigen Meisterschaften zusammenzählt, über Fußball und Zufall und den Erfolg Deutschlands bei wichtigen Turnieren. Aber immerhin habe ich mich zuletzt ja auch mit einigen sehr ernsten Themen wie CO2 und CO2-Äquivalenten, Welthunger und dem Bevölkerungswachstum beschäftigt.

Nun also wieder Fußball-EM, aber diesmal aus einem etwas anderen Gesichtspunkt. Hintergrund war, dass ich festgestellt habe, dass Deutschland diesmal wieder in sehr klassischen weiß-schwarzen Trikots spielt, während England und Österreich sich von dieser Farbkombination verabschiedet haben. England zu ganz in weiß, Österreich zu Rot und Weiß, wobei Weiß und Schwarz mittlerweile zumindest wieder das Auswärtstrikot ist.

Allerdings habe ich es nicht ganz so detailliert gemacht, sondern nur die Trikots ohne Hosen nach ihrer Hauptfarbe unterschieden, also Gelb, Blau, Rot, Grün und Weiß. Exotischere Farben gibt es seltener, spontan fallen mir vor allem die Niederlande mit Orange ein, die sich aber nicht qualifiziert haben. Bei dieser WM sind es also nur diese Farben, wobei ich kleinere Abstufungen wie Blauweiß (Slowakei) der Hauptfarbe zugeordnet habe, in diesem Falle Blau.

Meine Quelle war übrigens das Panini-Album meiner Kinder, in Zweifelsfällen habe ich Wikipedia zur Rate gezogen. Beispielsweise sind in dem Album die Belgier mit einem fast schwarzen Trikot abgebildet, in Wikipedia sieht man aber die Rotanteile überwiegen, was meines Wissens auch die klassische Farbe der Mannschaft ist. Auch die Slowakei ist im Heft überwiegend weiß dargestellt, laut Wikipedia aber vor allem blau.

Fußball EM Trikots nach Farbe
Trikots der Fußball EM-Teilnehmer nach hauptsächlicher Farbe. Quelle: Eigene Erhebung auf Basis des Klebebildchen-Albums meiner Kinder

Weiß spielen insgesamt drei Mannschaften, neben Deutschland und England noch Polen (Weiß und Rot). Ebenfalls dreimal gibt es gelbe Trikots (Schweden, Ukraine und Rumänien). Seltener ist nur Grün, abgesehen natürlich von allen Farben, die gar nicht auftauchen. Grün spielen nur die Iren, die dafür gleich doppelt, nämlich als Nordirland und Republik Irland. Deutschland hatte früher übrigens grüne Auswärtstrikots.

Häufiger gibt es Blau, nämlich vier Mal (Italien, Frankreich, Slowakei und Island), doch die beliebteste Farbe schlechthin ist natürlich Rot. Das könnte auch daran liegen, dass Farben oft überwiegend rot sind, beispielsweise die der Türkei, Albaniens, der Schweiz, Österreichs und Portugals.

Insgesamt wird der Farbvergleich natürlich wenig beachtet, für die Industrie wichtiger ist nicht die Farbe des Trikots, sondern des Sponsors. In der Region Nürnberg, in der ich lebe, ist das natürlich auch ein Zweikampf, nämlich zwischen den beiden hier ansässigen Ausrüstern Puma und Adidas, wobei Adidas dank des größeren Budgets meist deutlich besser abschneidet, so zuletzt auch bei der Fußball-WM 2014.

Infografik: Welche WM-Ausrüster auf die richtigen Teams gesetzt haben | Statista
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Jogi Löw muss weg – Seiten schwächeln

Eigentlich hatte ich eine kleine Statistik über „Jogi Löw muss weg“ – Seiten auf Facebook angelegt, um nach einem Ausscheiden untersuchen zu können, ob die Zahl der Mitglieder deutlich angestiegen ist. Nachdem Deutschland nun aber im Finale steht, muss ich die Statistik jetzt so veröffentlichen.

Die ganze Masse der Anti-Löw-Seiten zu untersuche, wäre sehr aufwendig geworden. Ich beschränke mich deshalb auf Seiten mit dem Titel Jogi Löw muss weg oder Jogi Löw muss abgelöst werden. Gefunden habe ich unter diesem Schlagwort drei „Gemeinschaften“ und drei sogenannte „Offene Gruppen“. Der Unterschied ist, dass man letzteren beitreten kann, Gemeinschaften dagegen nicht. Allerdings kann man sie mit „Gefällt mir“ markieren. Deshalb habe ich für die Gruppen die Zahl der Mitglieder ausgewertet, für Gemeinschaften die „Gefällt mir“-Angaben.

Löw muss weg Statistik
„Gefällt mir“-Angaben von Anti-Löw Gemeinschaften auf Facebook. Rot die vermutlich aufgelöste Gemeinschaft „Löw muss weg das Original“. Kaum zu erkennen „Löw muss weg“ mit drei Mitgliedern

Leider ist etwas passiert, was Statistiker gar nicht mögen. Eine relativ große Gemeinschaft, nämlich „Jogi Löw muss weg – Das Original seit 2012“ mit immerhin über 200 Anhängern ist verschwunden. So etwas macht natürlich die Bildung einer Gesamtzahl fast unmöglich. „Jogi Löw muss weg“ gibt es gleich zweimal, einmal allerdings nur mit drei Mitgliedern. Die zweite Gemeinschaft dieses Namens hat sich dagegen gut entwickelt. Am 30. Juni, direkt vor dem Algerienspiel, hatte sie noch 963 Mitglieder. direkt vor dem Brasilien-Spiel waren es schon 1.158. Nach Ende des Spieles ist allerdings etwas eher ungewöhnliches passiert, die Gemeinschaft hat sogar zwei „Gefällt mir“ verloren und liegt bei nur noch 963.

Bei den Gruppen hat sich etwas weniger getan. „Jogi Löw muss weg“ bleibt bei 10 Mitgliedern. „Jog Löw muss weg wegen Popel essen und wiederholt falscher Aufstellung“ hat nach dem Algerienspiel ein Mitglied gewonnen, „Jogi Löw muss als Bundestrainer abgelöst werden“ 57.

Löw muss weg Facebook Statistik
Offene Gruppen zum Thema „Löw muss weg“. Größte Gruppe ist „Jogi Löw muss als Bundestrainerg abgelöst werden“ vor „Löw muss weg wegen Popelessen…“ und „Löw muss weg“

Diese Aufstellung vernachlässig natürlich die Bewegung innerhalb der Gruppe. Auch bei gleichbleibender Zahl von Mitgliedern können einzelne ein- und andere ausgetreten werden, allerdings dürfte vor allem bei den „Gefällt mir“ Angaben die Fluktuation eher gering sein. Man klickt etwas an und weiß es einen Monat später schon nicht mehr.

Spannend bleibt auch, wie sich die Zahlen entwickeln, falls Deutschland das Finale verlieren sollte. Mehr zum Thema Fußball gibt es übrigens im Archiv, beispielsweise zum WM-Erfolg Deutschlands, zum Verhältnis zum potentiellen Endspielgegner Argentinien, zu den Rekorden und zur Frage, wie oft eine Mannschaft der BRD schon im Finale stand.

Vorsicht, Buch!

Den Statistiker-Blog gibt es jetzt auch als Buch. Unter dem Titel „Vorsicht, Statistik“ ist bei bloggingbooks im AV Akademikerverlag eine Zusammenfassung von Beiträgen aus dem Blog erschienen.

Buchcover Vorsicht, Statistik
So sieht es aus, mein Buch.

Neue Artikel gibt es in dem Buch zwar keine, der Kauf (15,90 Euro) lohnt sich aber trotzdem:

  • Ich habe alle Beiträge nochmal überarbeitet, Rechtschreibfehler korrigiert und gegebenfalls noch ein bisschen am Feinschliff gearbeitet.
  • Das Buch bietet die im meinen Augen interessantesten Artikel, ist also eine Art Best of.
  • Manches liest sich als Buch einfach schöner als auf dem Bildschirm.
  • Bücher lassen sich besser verschenken als ein Link zu einem Blog.

Neben neueren Artikeln wie dem zu der BILD-Schlagzeile, nach der jeder zweite Rentner weniger als Hartz  IV bekommt sind auch viele ältere dabei, beispielsweise zur UFO-Statistik, zu Spam oder zu seltenen Kfz-Kennzeichen.

Kaufen lohnt sich also, am besten bei mir. Ich bekomme die Bücher nämlich etwas billiger und freue mich natürlich, wenn ich mit meinem Blog auch mal einen Euro verdienen kann. Der Preis ist der gleiche (15,80 Euro), Versandgebühren gibt es keine und eine Widmung gibt es auf Wunsch kostenlos dazu. Einfach eine Mail an vorsichtstatistik@web.de schicken. Am besten gleich Lieferadresse und natürlich Zahl der gewünschten Exemplare eintragen.