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19Dec/120

Die kleinste Hauptstadt der Welt

Manila auf den Phillipinen dürfte mit rund 11 Millionen Einwohnern die größte Hauptstadt der Welt sein, gefolgt von Moskau und Dhaka in Bangladesh mit jeweils rund 10 Millionen. Was aber ist die kleinste?

Es dürfte wohl ziemlich sicher Plymouth sein. Wohlgemerkt nicht die Stadt in England, denn Haupstadt des Vereinigten Königreichs ist natürlich immer noch London. Wohl aber ebenfalls eine im weitesten Sinne britische Stadt, nämlich die Hauptstadt von Montserrat, einem britischen Überseegebiet. Bis 1981 hätte man dafür den vertrauteren Ausdruck Kronkolonie gebraucht.

Plymoth auf Montserrat ist seit 1997 verlassen, aber offiziell noch immer Hauptstadt. Bild: Wikipedia

Diese Stadt hat seit 1997 offiziell keine Einwohner mehr. Denn sie wurde nach einem Vulkanausbruch verlassen, ist aber weiterhin offiziell Hauptstadt.

Die Regierung sitzt aber mittlerweile in Brades. Möglicherweise taucht die Stadt deshalb auch auf Wikipedia in der Liste der kleinsten Städte nicht auf, zumal Montserrat ja wie gesagt "Kronkolonie" ist und damit Plymouth nur eine halbe Hauptstadt. Ohnehin ist die Liste dort fehlerhaft und wenig interessant.

Fehlerhaft, weil Vatikanstadt mit rund 1.000 Einwohnern demnach zwar die kleinste Hauptstadt Europas ist, in der Liste der fünf kleinsten Hauptstädte der Welt aber nicht auftaucht, obwohl mit Ausnahme von Melekeok auf Palau (rund 500 Einwohner) alle dort aufgeführte Städte mindestens rund 5.000 Einwohner haben. Uninteressant, weil sich die kleinsten Hauptstädte erwartungsgemäß in den Zwergstaaten dieser Welt befinden. Der Staat Palau beispielsweise hat rund 21.000 Einwohner, da hat Deutschlands kleinste kreisfreie Stadt fast doppelt so viele.

25Nov/120

Zitiert

Der jüngste Artikel über die Fahrpreiserhöhung im Öffentlichen Nahverkehr wurde nun in der Frankfurter Rundschau zitiert. Ob das daran liegt, dass ich neulich einen Artikel aus dieser Zeitung gelobt habe?

21Nov/121

Fahrpreiserhöhungen: Berlin hui, Nürnberg pfui

Wer in Berlin mit der U-Bahn unterwegs ist , kann schon mal den Eindruck bekommen, der Bär auf den U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist Balu, der Bär: probier’s mal mit Gemütlichkeit.

Berliner Wappen mit BVG Schriftzug

Die Berliner U-Bahn ist zwar langsam, das liegt aber auch daran, dass sie die älteste in Deutschland ist. Foto: Alex Barrow (cc)

Aber heute soll ausnahmsweise mal nicht über Berlin gelästert werden und auch nicht über die BVG. Denn nicht nur, dass die Berliner U-Bahn bereits seit 1902 besteht und um zehn Jahre älter ist als die Hamburger Hochbahn und um ein vielfaches älter als die Konkurrenten in Nürnberg und München (die einzigen vier „echten“ U-Bahnen in Deutschland). Die Tickets sind auch vergleichsweise günstig.

Für eine normale Fahrt (Zone AB) zahlt man mit 2,30 Euro deutlich weniger als in den meisten anderen Städten, obwohl man mit dem Ticket deutlich weiter kommt. Nun sind die Vergleiche von Ticketpreisen aber sehr schwierig. Denn die Städte sind unterschiedlich groß und der Nahverkehr unterschiedlich gut ausgebaut.

Sehr interessant ist aber ein Blick auf die Preisentwicklung. Erstmals liegen für das Jahr 2006 vergleichbare Daten für alle von mir befragten Verkehrsbetriebe vor. Besonders stark haben seitdem die Nürnberger zugelegt. Um rund ein Drittel stiegen die Preise seitdem. Im Durchschnitt also 4,1 Prozent pro Jahr. Im Vergleich zu 2009 kommt die Stadt sogar auf eine jährliche durchschnittliche Erhöhung von 8,1 Prozent.

Fahrpreise für eine Fahrt in der Stadt in verschiedenen Städten. Quelle: Eigene Erhebung

Durchschnittliche jährliche Fahrpreiserhöhung seit 2000 (blau), 2006 (grau) und 2009 (rot). Quelle: Eigene Berechnung

Besonders zurückhaltend waren im gleichen Zeitraum die Berliner. Dort stiegen die Preise durchschnittlich nur um 1,5 Prozent pro Jahr. Auch im Vergleich zum Jahr 2000 liegt die Bundeshauptstadt vorne, da sind es sogar nur 1,2 Prozent. Allerdings fehlen bei diesem Vergleich aussagekräftige Daten für Frankfurt und Köln, weil seitdem das Tarifsystem deutlich geändert wurde. Besonders hoch war die Erhöhung seit 2000 im Ruhrgebiet. Durchschnittlich stiegen die Preise jedes Jahr um 3,2 Prozent.

Die Verkehrsplaner in Nürnberg und im Ruhrgebiet würden sich vermutlich damit verteidigen, dass Preissteigerungen immer in Relation zu den Investitionen in den Nahverkehr gesehen werden müssen. Dazu nehme ich in meinem Kommentar zu den Fahrpreiserhöhungen Stellung.