Rollenbilder und Einkommen

Soll eine gute Mutter berufstätig sein? Soll sie ihre Interessen möglichst weit hinter die des Kindes zurück stellen oder darf sie sich auch um ihr eigenes Wohl kümmern? Sollte sie ihr Kind gezielt durch Sport und Musik fördern?

Was Mütter darüber denken, hängt zum großen Teil vom sozialen Status ab. Das jedenfalls behauptet eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Herstellers von Säuglingsnahrung Humana.

Zustimmung zur Aussage: "Eine gute Mutter...". Grau Eltern mit hohem wirtschaftlichen Status, rot mit niedrigem.

Demnach finden 48 Prozent der befragten Mütter mit niedrigem gesellschaftlich-wirtschaftlichem Status, dass eine gute Mutter auch den Haushalt gut im Griff haben soll, aber nur 31 Prozent der Mütter mit hohem gesellschaftlich-sozialen Status. Da ist es nicht verwunderlich, dass 37 Prozent der Mütter mit niedrigem Status finden, eine gute Mutter ist nicht berufstätig. Nur zwölf finden, eine gute Mutter sollte sogar berufstätig sein. Bei den Müttern mit hohem Status sind dagegen 24 Prozent der Meinung, eine gute Mutter sollte arbeiten, nur 20 Prozent sehen sie als Hausfrau.

In den gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status fließt nicht nur das Einkommen mit ein, sondern beispielsweise auch der Bildungsgrad. Ein Ansatz, der beispielsweise auch bei der Definition sozialer Milieus verwendet wird. Damit soll berücksichtigt werden, dass gut ausgebildete Frauen mit oft eher geringen Einkünften wie beispielsweise Künstlerinnen oder Doktorandinnen von ihrem Lebensstil eher den mittleren und oberen Milieus zuzuordnen sind.

Deutlich ist der Unterschied auch in der Frage, ob die Kinder durch Musik, Tanz und Sport gefördert werden sollten. Das bejahen 59 Prozent der Frauen mit hohem gesellschaftlich-wirtschaftlichem Status, aber nur 28 Prozent derer mit niedrigem.

Auch fühlen sich Eltern mit geringem gesellschaftlich-wirtschaftlichem Status häufiger überfordert. 27 haben häufig den Eindruck, dass ihnen alles zu viel wird. In der mittleren Gruppe sind es nur acht Prozent, in der oberen sechs.

Allerdings dürfte hier mitspielen, dass viele Alleinerziehende ein eher geringes Einkommen haben und damit häufig in die untere Gruppe fallen. Sie fühlen sich aus verständlichen Gründen zu 35 Prozent häufig überfordert, Mütter in Paarbeziehungen nur zu acht Prozent.

Trotzdem wollen Eltern eines Einzelkindes mit steigendem Einkommen seltener noch mehr Kinder. Wer netto über weniger als 2.000 Euro Haushaltseinkommen verfügt, möchte zu 41 Prozent bestimmt noch ein weiteres Kind, zu 47 Prozent vielleicht. Mütter mit einem Haushaltsnettoeinkommen über 3.000 Euro wollen das nur zu 34 bestimmt und zu 45 Prozent vielleicht.

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  1. […] auf die Unterschiede zwischen den Einkommensschichten ziehen. Wobei besser sicher eine Analyse nach Milieus wäre, ganz abgesehen davon, dass es sich natürlich nur um Durchschnittswerte […]

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