Statistiker-Blog

Armut und strenge Armut

Das Thema Armutsmessung ist komplex. Beispielsweise, weil große Haushalte mit kleinen verglichen werden müssen, also beispielsweise die Familie mit drei Kindern mit einem Alleinstehenden. Wie bereits an anderer Stelle beschrieben tut man das meistens mit Hilfe der sogenannten Äquivalenzskalen. Bei der neuen OECD-Skala zählt jeder zusätliche Erwachsene nur 50 Prozent eines Alleinstehenden, jedes Kind 30 Prozent. Und wie ebenfalls beschrieben bin ich der Meinung, dass dadurch die Kinderarmut massiv unterschätzt wird. Noch eine weitere Schwierigkeit ist aber die Definition einer Armutsschwelle. In der Berichterstattung wird Armut üblicherweise mit dem gleichgesetzt, was Statistiker als Armutsgefährdungsquote bezeichnen. Das ist der Prozentsatz aller Menschen, die weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens erzielen.

Median Erklärung mit Bild

Der Median ist das Maß jenes Falles, der genau in der Mitte liegt. Im Fall dieser 15 Orgelpfeifen wäre es die Größe der achten Pfeife, weil es zu dieser genau sieben größere und sieben kleiner gibt. Beim Einkommen ist das Medianeinkommen das des Befragten, zu dem es genauso viele ärmere wie reichere Befragte gibt. Beim Einkommen liegt dieser Median meist niedriger als das arithmetische Mittel („Durchschnitt“).

Armut im engeren Sinne beginnt aber eigentlich erst bei einem Einkommen das nur halb so hoch liegt wie der Median. Teilweise wird auch noch die strenge Armut unterschieden, sie beginnt bei 40 Prozent des Medians.

Weil man diese Daten kaum noch findet, habe ich mal beim Statistischen Bundesamt nachgefragt. Leider werden die diese Daten nur auf Basis von EU-SILC erhoben, in meinen Augen eine der schlechteren Datenquellen zur Amut. Bessere wären Daten auf Basis des Mikrozensus, aber die gibt es offenbar nicht.

Strenge Armut Statistik

Anteil der Menschen in strenger Armut (weniger als 40 Prozent des Medians) vor (grau) und nach Sozialtransfers (blau). Quelle: EU-SILC

Bei den Daten für die Armut müssen wir ebenfalls zwei Fälle unterscheiden, nämlich vor und nach Sozialleistungen. Ziel des Sozialstaats ist es ja, die Armut zu bekämpfen. Tatsächlich lag die Armut (50 Prozent des Medians) nach Sozialleistungen im Jahr 2017 mit 9,4 Prozent nur rund halb so hoch wie vor Sozialleistungen (18,2 Prozent). Noch drastischer ist der Unterschied bei der strengen Armut (40 Prozent des Medians). Sie lag vor Sozialleistungen bei 13,8 Prozent, nach Sozialleistungen dagegen nur noch bei 4,4 Prozent. Bei der Armutsgefährdung ist der Effekt wiederum deutlich geringer, hier sinkt die Quote von 24,1 auf 16,1 Prozent.

Hat die Armutsbekämpfung seit 2013 an Kraft verloren?

Bei Betrachtung der strengen Armut fällt auf, dass die Quote vor Sozialleistungen im Jahr 2017 leicht niedriger lag als 2012. Der Verlauf der Quote für die strenge Armut nach Sozialleistungen ist prinzipiell ähnlich, 2013 auf 2014 gab es einen deutlichen Anstieg, seitdem fällt die Quote wieder. Allerdings liegt sie bei der Armut nach Sozialleistungen mit 4,4 Prozent noch immer 0,2 Prozentpunkte höher als 2013, während sie vor Sozialleistungen mit 13,8 Prozent rund 0,3 Prozentpunkte niedriger liegt. Gelingt es mittlerweile schlechter, die Armut zu bekämpfen? Schwer zu sagen, aber es gibt Hinweise darauf. Betrachtet man die Armutsquote (50 Prozent des Medians) sind zwar beide Kurven gesunken, die Armut vor Sozialleistungen aber mit 0,4 Prozentpunkten um 0,2 Prozentpunkte stärker. Bei der Armutsgefährdung wiederum sank die Quote vor Sozialtransfers um 0,2 Prozentpunkte, die nach Transfers blieb unverändert bei 16,1 Prozent. Aber natürlich müsste man hier noch etwas nachforschen, bevor man ein Urteil fällt. Denkbar wäre aber immerhin, dass Sozialleistungen wie die nach dem SGB II seit 2013 langsamer erhöht wurden als das Nettoäquivalenzeinkommen stieg.

Armutsentwicklung

Entwicklung der Quoten von Armutsgefährdung (schwarz), Armut (grau) und strenger Armut (rot) seit 2013 nach Sozialtransfers.

Ändert die andere Betrachtung etwas am Gesamtbild?

Am Gesamtbild ändert sich aber wenig, wenn man die Armut oder die strenge Armut betrachtet. Die Werte fallen dann natürlich deutlich niedriger aus. Anders als in manchen Zeitungen zu lesen sind in Deutschland nicht 16,1 Prozent der Bevölkerung arm, sondern 9,4 Prozent. 16,1 Prozent sind arm oder armutsgefährdet.

Allerdings sind solche Grenzen natürlich ohnehin immer angreifbar. Spannender ist der Blick auf die Entwicklung. Hier kann man feststellen, dass die Entwicklung für alle drei Betrachtungen ähnlich ist, wenngleich die strenge Armut leicht gestiegen ist, die Armut leicht gesunken ist und die Armutsgefährdung stagniert.

Armut vor Sozialleistungen

Die Armut vor Sozialleistungen ist seit 2013 bei allen drei Berechnungen gesunken.

Bei der Armut vor Sozialleistungen ist der Verlauf ebenfalls ähnlich, hier sind die Quoten sogar für alle drei Gruppen gesunken, selbst für die strenge Armut, die nach Sozialleistungen gestiegen ist.Das wirft die Frage auf, ob statt weiterer Rentenerhöhungen, die nur jenen nutzen die das Glück eines langen Lebens haben und von denen viele profitieren, die gar nicht arm sind, nicht zielgerichtete Maßnahmen für die unteren Einkommensschichten besser wären. Beispielsweise die Entlastung von Steuern und Abgaben bei Geringverdienern oder direkt eine Erhöhung von Sozialleistungen.

 

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Kommentar: Mehr Informationen bitte

Für meine Beiträge zur CO2-Emission (hier geht’s zum Teil 1, hier zu Teil 2) viel Recherche auf den Seiten des Umweltbundesamtes oder des Umweltministeriums verbracht und bin oft auf das Thema Kernergie gestoßen. Das Thema wird sehr kontrovers diskutiert und man findet eine ganze Reihe von Quellen, beispielsweise die Nukleopedia. Allerdings fühle ich mich auch nach der Lektüre einiger Quelle immer noch nicht in der Lage zu beurteilen, ob Kernenergie für eine CO2-freie oder zumindest CO2-reduzierte Energieversorgung einen Beitrag leisten kann. Das Thema ist so emotionsbeladen, dass es fast unmöglich ist sich einigermaßen verlässlich zu informieren. Das gilt nicht nur für Atomgegner und -befürworter, sondern leider auch für die, die es besser machen sollten, nämlich Medien und Behörden.

CO2

Seine Ziele bei der CO2-Reduktion wird Deutschland wohl verfehlen.

Die Gegner überzeugen nicht…

Nur bedingt überzeugt mich der Hinweis der Kritiker auf mögliche Unglücke wie in Fukushima, da Kernkraft-Befürworter darauf hinweisen, dass es auch bei der Förderung von Kohle, Öl und Gas Unfälle gibt – und auch beim Aufstellen von Windrädern und Solaranlagen. Die sind zwar weniger heftig, kommen dafür dauernd vor und töten in der Summe vermutlich mehr Menschen. Fragwürdig ist es dabei auch, wenn teilweise von „18.000 Toten der Atom-Katastrophe von Fukushima“ die Rede ist, obwohl die allermeisten Opfer durch den Tsunami direkt ums Leben kamen. Trotzdem schaltete das Bundesministerium 2016 eine entsprechende Anzeige und auch die Politikerin Claudia Roth äußerte sich 2013 ähnlich.

Wenig hilfreich ist es auch wenn, der Norddeutsche Rundfunk über 79 Störfälle in deutschen Kernkraftwerken berichtet, es nach den Kriterien der Internationalen Energiebehörde aber in den vergangenen 18 Jahren keinen einzigen Störfall gab. Einzige Quelle des NDR ist ein Anti-Atom-Blog, in dem auch Störungen der Stufe 1 oder Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung der Stufe 0 als Störfälle (Stufe 2) gezählt wurden.

 

Kongo Wald

Kernkraft soll den armen Ländern billige Energie liefern. Aber ist das realistis

…aber auch die Befürworter nicht

 

Auch den Kernkraft-Befürwortern kann ich aber nicht immer folgen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass Kernkraft nicht doch bei der Herstellung von Atomwaffen helfen kann. Und auch wenn sich die Lagerdauer von Atommüll mit Hilfe einer neuen Technik auf 300 Jahre verkürzen lassen soll, ist das immer noch ganz schön lang.

Und schließlich ist ein wichtiges Thema der Befürworter die günstige Energie. Wer jetzt sagt, Kosten dürfen bei einer solch wichtigen Frage wie dem Klimaschutz keine Rolle spielen der übersieht, dass es immer noch viele bitterarme Länder auf der Welt gibt. Für sie wäre günstige Energie wichtig, denn arm zu bleiben ist ebenso wenig eine Alternative wie von den reichen Ländern subventionierte Energie, ein Almosen.

Allerdings wird Kernenergie heute oft bezuschusst, nicht zuletzt durch den Verzicht auf das Einpreisen der Kosten möglicher Unfälle. Auch sind gerade die modernen und sicherern Reaktoren zuletzt oft teurer geworden als geplant, beispielsweise in Finnland. Zwar darf man weitere Kostensenkungen erwarten, aber auch die Preise für Solar- und Windenergie sinken rasant und gerade Länder wie Marokko produzieren jetzt schon viel Solarstrom, denn Sonne gibt es dort in Massen.

Kernenergie

Auch wenn Deutschland aus der Kernenergie aussteigt, weltweit produzieren Kernkraftwerke so viel Strom wie nie zuvor.

Wer hilft mir?

Helfen könnte mir das Umweltministerium. Doch leider ist der dortige Faktencheck oberflächlich bis irreführend. Beispielsweise heißt es im dortigen Faktencheck Atomenrgie helfe nicht beim Klimaschutz, weil bei der Produktion und Aufbereitung CO2 freigesetzt werden. Grundsätzlich ensteht auch bei der Produktion von Solar- und Windkraftanlagen CO2, deshalb wäre hier mehr Hintergrund wichtig. Wie viel CO2 wird freigesetzt? Mehr als bei der Herstellung von Solaranlagen? Und könnte man diese Emissionen vermeiden, wenn die für die Förderung von Uran verwendeten Maschinen mit Strom betrieben würden?

Das bleibt leider offen. Klar, dass ein Faktencheck bei Facebook kurz sein muss. Aber dafür gibt es Links auf Internetseiten. Den gibt es zwar auch hier, doch unter der gewünschten Adresse steht praktisch das gleiche wie auf Facebook. Als Quelle wird eine englischsprachige Seite einer privaten Organisation mit dem Titel Time for change. Die wiederum rechnet der Kernkraft allerdings deutlich geringer Emissionen zu als Gaskraftwerken, ja selbst als der kombinierten Strom- und Wärmegewinnung im Haushalt.

Da fragt man sich, hat das Umweltministerium keine Mitarbeiter, die das Thema auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse so aufbereiten, dass man nicht auf private Seiten von esoterisch anmutenden Organisationen geleitet wird? Idealerweise könnten sich ein Befürworter und ein Gegner zusammensetzen. Natürlich wird es am Ende trotzdem Punkte geben, die unklar sind. Seltene Ereignisse wie ein GAU sind statistisch kaum zu prognostizieren und verschiedene Forscher werden zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Aber etwas mehr Hilfestellung bei der Entscheidung könnte das Umweltministerium dem Bürger doch bieten.

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Wo kommen all die Treibhausgase her?

Vergangene Woche haben wir uns mit dem Thema Treibhausgase befasst und festgestellt, dass Deutschland nicht nur seine Ziele für 2020 verfehlen wird, sondern sich auch sehr anstrengen muss um die stetig anspruchsvoller werden Ziele zu erreichen. Ab 2030 müssen sie jedes Jahr um 4,0 Prozent sinken. In absoluten Zahlen mögen diese 4,0 Prozent dann gar nicht mehr so viele Treibhausgase sein, weil sich der Prozentwert dann auf einen niedrigen Ausstoß beziehen. So stieß Deutschland 1990 rund 1,2 Milliarden Tonnen CO2 aus und musste im Schnitt der Jahre 2008 bis 2012 rund 260 Millionen Tonnen weniger emittieren. Von 2040 bis 2050 muss die Emission „nur“ um rund 125 Millionen Tonnen sinken. Gemessen am Ziel, 2040 nur noch rund 375 Millionen Tonnen zu emittieren beträgt der Rückgang ein Drittel.

Weil es umso schwerer wird eine Tonne Treibhausgas einzusparen, je weniger noch emittiert wird, halte ich die relative Betrachtung für aussagekräftiger. Allerdings hoffe ich, dass der technische Fortschritt uns dabei hilft das Ziel dennoch zu erreichen.

CO2 Reduktion pro Jahr Statistik

Diese Grafik kennen Leser schon von vergangener Woche. So stark müssen die Emissionen von Treibhausgasen im Vergleich zum Vorjahre jeweils sinken um die Pläne einzuhalten.

Bisher bleibt die CO2-Bilanz aber leider düster. Wie im vergangenen Beitrag gesehen ist der CO2-Ausstoß in Deutschland seit 2009 kaum noch gesunken.

Wo kommen die Treibhausgase her?

Damit wir uns ein Bild von der Herausforderung machen können, müssen wir zunächst fragen wo die ganzen Treibhausgase her kommen. Vor allem handelt es sich dabei ja um CO2, allerdings nicht nur, wie im voraus gegangenen Beitrag im Kapitel „Systematik“ beschrieben.

Emissionen

Energiebedingte Emissionen von CO2 Äquivalenten in Prozent. Rot: Energiewirtschaft; Schwarz: Verkehr; Dunkelgrau: Gebäude; Hellgrau: Industrie; Blau: Sonstiges; Quelle: Umweltbundesamt 2018

Betrachten wir aber zunächst die Emissionen durch die Gewinnung von Energie, wo es besonders gute Daten gibt. Es geht hier also vor allem um die Emissionen aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. 42 Prozent entfallen dabei auf die Energiewirtschaft, also vor allem die Produktion von Strom. Auch Fernwärme spielt gehört hier aber dazu. Zweitwichtigster Emittent ist der Verkehr, vor der Industrie und den privagten Haushalten.

Allerdings hat diese Betrachtung den Nachteil, dass hier andere Emissionen, etwa aus Kühlmitteln, außen vor bleiben. Aus verschiedenen Statistiken des Umweltbundesamtes habe ich deshalb eine Übersicht geschneidert, die auch andere Treibhausgase einschließt, beispielsweise solche, die in der Produktion freigesetzt werden.

Emissionen nach Herkunft

Emission von Treibhausgasen gemessen in CO2-Äquivalenten im Jahr 2017 (rot) und 2016 (grau). Zwar sank die Gesamtemission etwas, das ist aber ausschließlich auf weniger Emissionen in den Bereichen Energie- und Abfallwirtschaft zurückzuführen. Sowohl zur Gewinnung von Strom und Fernwärme als auch bei der Abfallentsorgung gingen die Emissionen zurück. Dagegen legten Industrie und Verkehr deutlich zu.

Auch hier ist die Energie- und Abfallwirtschaft der größte Emittent, wobei mehr als 95 Prozent der Emissionen auf die Energiegewinnung entfallen, der Rest auf die Abfallwirtschaft. Natürlich sind die Stromkonzerne aber nicht der eigentliche Verbraucher, sie wandeln nur Kohle, Erdöl oder Erdgas in Strom und Wärme um, die dann an anderer Stelle verbraucht werden. Wenn wir über eine Reduzierung des Energieverbrauchs reden sind die Versorger also nur bedingt die richtige Adresse, wenn es aber um die Umstellung auf weitgehend CO2-neutrale Energiequellen geht die wichtigste.

Tatsächlich ist in diesem Bereich die Emission von Treibhausgasen auch zurück gegangen – und zwar sowohl im Bereich der Ver- als auch der Entsorgung. Sie sank um mehr als 14 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, ein Minus von 4,1 Prozent. Das alleine hätte den Gesamtausstoß der Bundesrepublik um 1,6 Prozent gesenkt. Hätten die anderen Bereich es den Ver- und Entsorgern gleich getan, wäre der Ausstoß an Treibhausgasen sogar um 38 Millionen Tonnen zurück gegangen.

DDR Statistik

In einem Punkt war die DDR in Sachen Umweltschutz erfolgreicher als die BRD: Trotz stinkender Trabis verursachte der Verkehr weniger CO2, da nur rund jeder zweite Haushalt ein Auto hatte – und meist nur eines und nicht zwei oder drei.

Leider sind die Ver- und Entsorger die große Ausnahme. Die Industrie stieß 3,8 Millionen Tonnen mehr aus, ein Plus von 2,5 Prozent. Das ist auch deshalb schwerwiegend, weil sie mit 192,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente nach den Ver- und Entsorgern der wichtigste Emittent ist. Denn hier fällt nicht nur CO2 bei der Verbrennung, beispielsweise in Hochöfen an, sondern es kommen auch andere Treibhausgase zum Einsatz, beispielsweise für Kühlprozesse. Deshalb überholt die Industrie den Vekehrssektor, wenn man zu den energiebedingten Emissionen (das obige Kreisdiagramm) noch die aus Industrieprozessen und Lösemitteln hinzu zählt.

Der Verkehr folgt immerhin auf Platz 3 und hat ebenfalls zugelegt. 3,8 Tonnen mehr stößt er 2017 aus als im Vorjahr, ein Plus von 2,4 Prozent auf jetzt 170,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Der Verkehrsektor ist vermutlich der einzige Bereich, in dem die DDR in Sachen Umweltschutz erfolgreicher war, wenngleich weniger aus Überzeugung als aus mangelnder Effizienz. Und natürlich konnte das nicht die vielen Emissionen der Industrie und auch der privaten Haushalte ausgleichen. Denn in der DDR heizte man oft mit Braunkohle, die besonders schlecht für die CO2-Bilanz ist.

Landwirtschaft und sonstige Emittenten legen ebenfalls leicht zu, die Haushalte bleiben konstant.

Wohin geht die Reise?

Um 4,1 Prozent reduzierten vor allem die Stromproduzenten ihre CO2-Emissionen. Das ist beachtlich, allerdings steht am Ende wegen höherer Emissionen von Industrie und Verkehr nur ein Minus von 0,5 Prozent. Wie im vergangenen Beitrag gesehen müsste Deutschland aber in den nächsten Jahren seinen Ausstoß jährlich um 2,7 Prozent senken, ab 2030 sogar um jährlich 4,0 Prozent. Angesichts der aktuellen Entwicklung wirkt das wenig realistisch.

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