Un-transferierte Schlecker-Frauen

Wenn im Fußball von Transfers die Rede ist, geht es meistens um viel Geld für die Betroffenen. Für die Schlecker-Frauen (und auch den wenigen Schlecker-Männern) war die Transfergeselleschaft eher eine letzte Hoffnung.

In eine solche Transfergesellschaft werden Arbeitskräfte ausgelagert, die entlassen werden sollen. Dort werden sie weitergebildet und erhalten für maximal ein Jahr von der Bundesagentur für Arbeit Transferkurzarbeitergeld, das von seiner Höhe her dem Arbeitslosengeld entspricht. Diese Transfergesellschaften kommen meist weniger bei Insolvenzen zum Einsatz, sondern oft auch bei Massenkündigungen.

Nun wollen wir nicht bekannte Sachverhalte im Statistiker-Blog neu aufwärmen. Vielmehr habe ich mich in diesem Zusammenhang gefragt, wie viele Transfergesellschaften es wohl in Deutschland geben mag. Schließlich kostet so etwas auch den Arbeitgeber viel Geld, selbst wenn über den Europäischen Sozialfonds (ESF) und alle möglichen Programme weitere Förderungen möglich sind.

Kurzarbeiter in Transfergesellschaften. Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Auskunft gibt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach gab es im September 2011 (bei Daten zur Kurzarbeit gibt es eine ziemlich lange Wartezeit, da sie auf Meldungen der Arbeitgeber beruhen) in Deutschland 584 Transfergesellschaften und damit deutlich mehr, als ich erwartet hätte.

11.344 Menschen bezogen im September Transferkurzarbeitergeld nach §216b des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III), waren also in einer Transfergesellschaft. Wie die nebenstehende Grafik zeigt, ist deren Zahl in den vergangenen zwei Jahren wieder deutlich gesunken, nachdem sie zuvor rasant angestiegen war.

In einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ gab es allerdings schlechte Noten für die Transfergesellschaften. Nach einer Untersuchung sind sie bei ihrer Arbeit nicht erfolgreicher als die Agenturen für Arbeit, sondern lediglich teurer.

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