Kommentar: Kinderzuschlag

Keine Frage: Die Einführung des Kinderzuschlags war eine gute Sache. Die Kritiker haben Unrecht, wenn sie so tun, als ob Kinderzuschlag-Empfänger verkappte Sozialhilfeempfänger wären. Rein rechnerisch mag das richtig sein, psychologisch jedoch besteht ein riesiger Unterschied. Ganz abgesehen davon, dass Sozialarbeiter und Hilfebedürftige gleichermaßen entlastet werden. Die Sozialarbeiter müssen ihre Zeit nicht mit Menschen verbringen, die sie ohnehin meistens nicht vermitteln können, da sie ja bereits Arbeit haben. Und die Hilfebedürftigen stehen nicht unter dem Druck des aktivierenden Sozialstaats.

Deswegen ist es auch falsch so zu tun, als läge die Zahl der SGB II – Empfänger ohne Kinderzuschlag um eben diese Zahl höher. Denn viele hätten niemals Leistungen der Grundsicherung beantragt. Trotzdem wird früher oder später ein Funktionär oder Politiker auf die Idee kommen, dies zu tun.

Trotzdem muss man kritisch feststellen, dass mehr möglich gewesen wäre. Die Regelungen des Kinderzuschlags lassen zu sehr vermuten, dass es hier nur um eine Verringerung der SGB II – Empfänger ging. Etwas mehr Großzügigkeit wäre möglich gewesen, wenn man bedenkt, was sich der Staat das Elterngeld kosten lässt, von dem Besserverdienende besonders profitieren. Dann könnten auch die Berechnungsregel einfacher und transparenter sein als jetzt.

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