Tag der Marktforschung

Am Samstag, den 14. Mai war Tag der Marktforschung. In 16 Städten von Berlin und Bielefeld bis Weimar und Wiesbaden organisierte die Initiative Markt- und Sozialforschung dazu verschiedene Aktionen. Denn die Markt- und Sozialforscher haben Sorgen. Immer weniger Deutsche wollen bei den Umfragen mitmachen. Schließlich werden sie regelmäßig mit Umfragen bombardiert. Nicht immer sind diese Befragungen seriös. Regelmäßig wollen Zeitungen die Meinung zum Atomausstieg, zur schwarz-gelben Koalition oder dem Wirtschaftsaufschwung wissen und bieten „als Dankeschön“ ein Abo. Und das sind noch keineswegs die schwärzesten Schafe in der Szene. Auf keinen Fall auf „Umfragen“ reagieren, bei denen die Telefonnummer des Anrufers unterdrückt ist, raten die Marktforscher.

Männer mögen sie, Frauen nicht so: die fahrerlose U-Bahn. Foto: J. Cornelius (cc)

In den verschiedenen Städten werben die Institute mit Podiumsdiskussionen, Infoständen und extra durchgeführten Umfragen zu lokalen Fragestellungen. In Deutschlands Marktforschungshauptstadt Nürnberg beispielsweise haben die Forscher herausgefunden, dass die dortige U-Bahn zwar das beliebteste Verkehrsmittel, die fahrerlose Variante aber zwischen den Geschlechtern umstritten ist. 57 Prozent der Männer sagen, die neuen automatischen Züge würden problemlos funktionieren. Allerdings mögen nur 27 Prozent der Frauen die computergesteuerten U-Bahnen und bevorzugen die alten Züge mit Fahrer.

Das sind allerdings mehr, als der Marktforschung in Deutschland ein positives Image bescheinigen. Nach einer Umfrage des Infoportals marktforschung.de finden nur 21 Prozent der Geschäftsführer von Marktforschungsunternehmen, ihre Branche habe ein sehr positives (ein Prozent) oder positives (20 Prozent) Image. 37 Prozent dagegen finden es schlecht (36 Prozent) oder sehr schlecht (ein Prozent).

Anzeigenmotiv der Initiative Markt- und Sozialforschung.

Nur zwölf Prozent denken, dass die Kampagne „Sag ja zu Deutschlands Markt- und Sozialforschung“ daran deutlich etwas kann (wer denkt bei dem Slogan noch an Harald Schmidt „Ich sage ja zu deutschem Wasser?“). Aber immerhin erwarten 53 eine geringe Verbesserung, immerhin jeder dritte hält die Aktion aber auch für komplett nutzlos. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist in den Augen der Geschäftsführer, dass die Deutschen nicht zwischen seriöser Marktforschung und versteckter Werbung unterscheiden können. Das denken 80 Prozent der Befragten. Auch hier erwartet rund ein Drittel keine Verbesserung durch die aktuelle Kampagne.

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