Lottomillionär dank Statistiker-Blog?

Immerhin 20 Spiele lang wurde die 16 laut dem Lotto-Barometer auf lotto.de schon nicht mehr gezogen. Wäre es da nicht mal Zeit?

Gleich eine ganze Reihe von Statistik-Gimmicks haben die Lottogesellschaften ins Netz gestellt. Unter anderem eine Übersicht aus der hervorgeht, welche Zahlen besonders häufig oder selten bei 6 aus 49 gezogen werden.

Die 13 wird bei 6 aus 49 am seltensten, die 49 am häufigsten gezogen.

Besonders häufig und besonders selten bei 6 aus 49 gezogene Zahlen (ohne Superzahl). Zum Vergleich: Mittelwert (blau). Quelle: lotto.de

Abergläubische Leser dürfte es kaum überraschen, dass die 13 die mit Abstand am seltensten gezogene Zahl ist. Besonders häufig wird aber – anders als Verschwörungstheoretiker vielleicht glauben mögen – nicht die 23 (385 Mal bei einem Durchschnitt von 422 und damit Rang 36), sondern die 49 gezogen.

Hilfestellung zum Millionär werden kann der Statistiker-Blog aber leider nicht bieten. Mitunter herrscht die Vorstellung, die 13 müsste nun in nächster Zeit besonders oft fallen, damit am Ende alle Zahlen gleich oft vorkommen. Doch so nett ist der Zufall nicht. Ohnehin ist der Unterschied zwischen den Zahlen nicht sehr groß. Rund 2,0 Prozent aller gezogenen Zahlen müssten eine 13 sein, tatsächlich sind es 1,8 Prozent. Alle anderen Ziffern kommen mindestens auf 1,9 Prozent.

Zwar gibt es in der Statistik tatsächlich ein Phänomen, das Regression zum Mittelwert genannt wird und bedeutet, dass sich die tatsächlichen Werte immer mehr den erwarteten anpassen, aber die funktioniert auch ohne dass die 13 „aufholt“. Würden in den nächsten Jahren alle Zahlen 1.000 Mal gezogen, hätte die 13 den Rückstand zum Mittelwert kein bisschen aufgeholt, würde aber trotzdem den erwarteten Schnitt von 2,0 erreichen. Je mehr Zahlen gezogen wurden, desto weniger fällt der „Rückstand“ zum Mittelwert von aktuell 57 Ziehungen prozentual ins Gewicht.

Vielmehr kann man sogar erwarten, dass bis dahin die am seltensten gezogene Zahl einen noch größeren Abstand zum arithmetischen Mittel hat, der aber trotzdem weniger als heute ins Gewicht fallen wird. Allerdings kann man sich beim Zufall noch nicht einmal darauf verlassen.

Mehr Sinn macht es, bei Glücksspielen auf die bisher häufigste Zahl zu setzen. Also beim Würfeln auf die 6, wenn die bisher besonders oft geworfen wurde. Rein mathematisch ist eine 6 zwar kein bisschen wahrscheinlicher als eine 1, 2, 3, 4 oder 5, aber vielleicht ist der Würfel kaputt.

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