Einkommen und Steuern im Jahr 2006

Das Statistische Bundesamt hat die Einkommenssteuerstatistik für das Jahr 2006 vorgelegt. Leider hat diese Auswertung immer einen deutlichen Zeitverzug, weil erst alle Steuererklärungen abgeschlossen sein müssen, bevor mit der Analyse begonnen werden kann.

Der Statistik nach erzielen die oberen zehn Prozent der Steuerpflichtigen 35,6 Prozent der Einkünfte und zahlen mehr als die Hälfte der Einkommensteuern (54,0 Prozent). Untersucht wurden dabei alle steuerpflichtigen Einkünfte. Werbungskosten und Aufwendungen sind dabei bereits abgezogen, Steuervergünstigungen wie Frei- und Entlastungsbeiträge oder Altersvorsorgebeiträge aber noch nicht.

In der unten stehenden Tabelle habe ich die Ergebnisse mal zusammen gestellt. Das dritte Dezil erzielt demnach 3,9 Prozent der Einkünfte. Zu diesem gehört man, wenn man mehr als 12.860 Euro, aber maximal 18,280 Euro im Jahr verdient.

Dezil Einkünfte Anteil Anteil
bis Einkünfte Steuern
1. 7.026 0,0 0,0
2. 12.860 2,6 0,2
3. 18.280 3,9 0,9
4. 23.534 5,4 2,2
5. 28.618 6,8 3,6
6. 34.290 8,1 5,2
7. 41.596 9,8 7,5
8. 51.995 12,1 10,5
9. 71.015 15,6 15,9
10. 192.610 35,6 54,0
oberes Prozent 693.082 12,3 23,0
obere 0,1 Prozent 5,3 10,1

Interessant wird es, wenn man die einzelnen Gruppen aufaddiert. Betrachtet man beispielsweise die unteren 30 Prozent (Dezile eins bis drei), dann haben diese gerade mal einen Anteil von 6,5 Prozent an den Einkünften und 1,1 Prozent an der festgesetzten Einkommensteuer. Die oberen 30 Prozent nehmen dagegen 63,3 Prozent der Einkünfte ein und zahlen 80,4 Prozent der Einkommensteuern.

In der Grafik habe ich mal dargestellt, wie viel Prozent am Einkommen die unteren … Prozent erzielen, also welchen Anteil die unteren 10, 20, 30 Prozent et cetera haben. Die graue Fläche dagegen gibt an, wie hoch deren Anteil bei einer völligen Gleichverteilung wäre. Dann würden zehn Prozent der Bevölkerung auch zehn Prozent des Einkommens erzielen, 20 Prozent 20 und so weiter. Die meisten Leser haben sicher schon erkannt, dass das die Darstellung ist, die auch zur Errechung des Gini-Koeffizienten verwendet wird.

Allerdings sagt uns diese Statistik wenig über Reichtum und Armt in Deutschland. Außen vor bleibt logischerweise das nicht versteuerte Einkommen. Außerdem werden die nicht berücksichtigt, die keine Einkommensteuererklärung abgeben, da sie kein Einkommen haben. Genauso wenig ist die Umverteilung durch den Staat einerseits und die Familie andererseits berücksichtig. Wir müssten uns dafür das Nettoäquivalenzeinkommen der Familien betrachten, über das die Steuerstatistik aber keine Auskunft gibt.

Während der Gini-Koeffizient für die Verteilung des zu versteuernde Einkommen bei 0,462 oder 46,2 Punkten (von rund 1,0 beziehungsweise rund 100 maximal) liegt, gibt die UN für die gesamten Einkommen in Deutschland einen Wert von 28,3 Punkten an. Damit verfehlt Deutschland ganz knapp einen Platz unter den zehn gleichsten Ländern der Welt bezogen auf die Einkommensverteilung (Rang 11). Den niedristen Gini-Index haben übrigens Aserbaidschan mit 16,8 Punkten und Dänemark mit 24,7 Punkten. Das ungleichste Land der Welt ist demnach Namibia mit 74,3 Punkten.

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